Plazenta, Nabelschnur und Fruchtwasser

Die Plazenta (Mutterkuchen) gleicht einem dicken Schwamm, in dessen Lücken das mütterliche Blut fließt. Hier findet der Stoffaustausch zwischen Mutter und Kind statt. Die Plazenta übernimmt die Funktion von Lunge, Leber, Niere, Darm und einigen Drüsen des Kindes. Außerdem schützt sie das Kind vor dem Übertritt von Bakterien und produziert Hormone, die die Schwangerschaft erhalten (z.B. Östrogen, Progesteron).
Im vierten Monat bedeckt die Plazenta etwa die Hälfte der Gebärmutterwand, danach wird sie aber nur noch dicker, so daß sie zum Zeitpunkt der Geburt nur noch ¼ bedeckt. Sie wiegt dann etwa 500g, hat einen Durchmesser von 18 bis 20cm und ist ca. 2 bis 3cm dick.
Der mütterliche und der kindliche Kreislauf sind getrennt, dabei liegt die mütterliche Seite der Plazenta an der Gebärmutterwand an. Zwischen den beiden Kreisläufen befinden sich drei Gewebeschichten, sie sind die dünnste Trennwand, die überhaupt möglich ist.
Das mütterliche Blut wird aus den Arterien in den Zwischenraum gespritzt- pro Minute 500 bis 600ml und fließt durch die Venen wieder ab.
Auf der kindlichen Seite mündet etwa in der Mitte der Plazenta die Nabelschnur. In ihr verlaufen zwei Arterien, die Blut und die Stoffwechselabbauprodukte des Kindes zur Mutter bringen und eine Vene, die nährstoff- und sauerstoffreiches Blut zum Kind bringt. Bei der Geburt ist die Nabelschnur etwa 50 bis 55 cm lang und etwa 2 cm dick.
In der Fruchthöhle befinden sich 500 bis 1000ml Fruchtwasser, es ist eine klare, alkalische und sterile Flüssigkeit. Im Fruchtwasser schwimmen Flocken der Käseschmiere, die die Haut des Kindes produziert um sich vor dem umgebenden Wasser zu schützen.
Die Aufgabe des Fruchtwasser besteht darin das Kind vor Druck von außen zu schützen. Etwa drei Wochen vor der Geburt werden täglich vier Liter Fruchtwasser gebildet und auch wieder resorbiert. Einen Teil davon trinkt das Kind oder atmet es ein.