Entbindung in der Klinik
In der Klinik gebären die meisten Schwangeren. Im Notfall ist sofort medizinische Hilfe verfügbar. Vielen Frauen gibt das Sicherheit wenn sie wissen, es kann es schnell geholfen werden, wenn es Komplikationen geben sollte. An einigen Kliniken ist auch eine Frühgeborenen- oder Neugeborenenintensivstation angeschlossen. Auf jeden Fall ist immer ein Arzt und meistens auch ein Kinderarzt rund um die Uhr anwesend.
Nach der Entbindung verbringt Ihr noch etwa 4 bis 6 Tage auf der Wöchnerinnenstation. Gerade Frauen, die schon Kinder daheim haben, empfinden diese Zeit als besonders erholsam. Ihr habt die Möglichkeit, Rooming In zu buchen. Das bedeutet, ihr kümmert euch selber um euer Baby. Ob auch in der Nacht, ist von Klinik zu Klinik verschieden. Die U2 wird meist noch in der Klinik gemacht.
Nachteil allerdings ist der Klinikalltag. Noch immer darf die Schwangere in manchen Kliniken nicht mitbestimmen wie sie ihre Geburt gestalten will. Außerdem muß sie damit rechnen, während der Geburt in einen Schichtwechsel hinein zu geraten. Das ist besonders unschön, weil man sich dann noch einmal an eine neue Hebamme gewöhnen muß. Die Atmosphäre im Kreißsaal ist natürlich immer etwas nüchtern. Aber inzwischen haben sich viele Kliniken umgestellt und ihre Geburtszimmer angenehmer eingerichtet.
Unser Tipp: Alle Kliniken bieten mindestens einmal im Monat einen Infoabend an. Dort könnt Ihr Fragen stellen und erfahrt auch einiges über den Ablauf im Kreißsaal. Dieser kann oft auch besichtigt werden.
Ferner könnt ihr euch über die Möglichkeit informieren, eine freiberufliche Hebamme zur Geburtsbegleitung mitzunehmen. In fast jeder Klinik wird dies angeboten. Die Kosten für eine Rufbereitschaft der Hebamme müssen privat gezahlt werden.
Die Ambulante Geburt
Die Ambulante Geburt läuft ab wie die normale Klinikgeburt. Nur mit dem Unterschied, dass ihr einige Stunden nach der Entbindung zusammen mit eurem Baby die Klinik verlaßt und nach Hause geht. Voraussetzung hier ist natürlich, dass mit euch und eurem Baby alles ok ist und dass eine Hebamme zur Nachsorge parat steht.
Die ambulante Entbindung wird häufig gewählt, wenn eine Frau zwar die medizinische Betreuung unter der Geburt wünscht, aber danach lieber zu Hause sein möchte. Also eine Mischung zwischen Klinikgeburt und Hausgeburt/Geburtshaus. Bei Problemen nach oder während der Entbindung ist es selbstverständlich, dass Mutter und Baby stationär aufgenommen werden. Wegen der U2 müsst ihr bei einem Kinderarzt einen Termin ausmachen. Fragt nach, ob er eventuell auch einen Hausbesuch macht. Ganz wichtig ist die Nachsorgehebamme. Ihr müsst eine haben, ansonsten ist es sehr wahrscheinlich, dass euch die vorzeitige Entlassung verweigert wird! Also kümmert euch schon rechtzeitig darum. Beim Frauenarzt liegt oft eine Liste mit freiberuflich arbeitenden Hebammen aus. Den Guthrie-Test, der standardmäßig gemacht wird, kann auch die Hebamme durchführen. Entlassen werdet ihr in der Regel nach 2 bis 6 Stunden, wenn alles in Ordnung mit euch und dem Kind ist. Da ihr ja gleich nach der Entbindung heim geht, habt ihr weniger Möglichkeiten, euch auszuruhen. Vielleicht könnt ihr ja schon einiges vorkochen und einfrieren. Und es sollte auch selbstverständlich sein, dass euer Mann oder Freund sich Urlaub nimmt oder dass wenigstens eine Oma stundenweise kommt und hilft. Besonders dann, wenn noch andere Kinder zu betreuen sind. Wenn euer Mann unbezahlten Urlaub nehmen muss, wird der Verdienstausfall in der Regel von eurer Krankenkasse übernommen. Diese zahlt auch eine Haushaltshilfe, falls euch sonst niemand helfen kann und noch ein oder weitere Kinder unter 12 Jahren im Haushalt leben.